ddr augenzeuge NP27

Dokumentarfilm, 2012, 19 min.

 

Format: HD720p, Stereo
Vorführformate: DigiBeta SP, QT ProRes422, 720/25p
Uraufführung: Achtung Berlin – New Berlin Film Award 2012
Inhaltsangabe

Die politische Wende in Deutschland ist für den Ostberliner Fotografen Gerd Daniel, wie für viele Menschen und Künstler in der DDR, ein unerwartet großer Bruch. Vieles funktioniert anders in dem neuen Land. Für Gerd bedeutet dies ein Gefühl von Ratlosigkeit. Es hat zur Folge, dass er den Sinn für seine fotografische Arbeit verliert. So gibt er kurz nach der Wende die aktive Fotografie auf und zieht sich seither in seine eigene, selbst geschaffene Welt zurück.

Aus finanziellen Gründen entschließt sich Gerd im Jahr 2000 seine Fotografien auf einem Berliner Flohmarkt zu verkaufen. Es sind eindrucksvolle Aufnahmen vom letzten Jahrzehnt der DDR und des darauf folgenden Umbruchs. Überrascht von dem großen Interesse für seine alten Motive, macht Gerd die sonntäglichen Flohmarkteinsätze zum festen Bestandteil seines Lebens. Mit großer Sorgfalt bereitet er Woche für Woche seine Fotoabzüge für den Verkauf vor. Der Film begleitet ihn bei seinen routinierten Arbeitsschritten, von der Bestandsaufnahme über die Reproduktion in der Dunkelkammer bis zur Retusche und finalen Vorbereitung zum Verkauf.

Inzwischen hat der renommierte Leipziger Lehmstedt Verlag Gerds Arbeiten in einer Monografie veröffentlicht und feiert die Publikation als Entdeckung eines großen Fotografen. Für Gerd ist dies ein wichtiger Schritt, in der neuen Gesellschaft anzukommen. Bleibt abzuwarten, ob die neuartige Aufmerksamkeit, die sein Werk nun erfährt, seine lang gepflegte Gedankenwelt aus Nostalgie und Systemkritik auf der einen und stolzem Unternehmergeist auf der anderen Seite durcheinanderbringen kann.

Stabliste
Regie, Buch: Jan Sobotka
Kamera, Ton: Karsten Wiesel
Schnitt: Karsten Wiesel, Jan Sobotka
Tonmischung, Musik: Juha Hansen
Farbkorrektur: Jan Sobotka
Koproduktion: Hochschule für bildende Künste Hamburg
Produktionsleitung: Elisabeth Lühr